Studienreise: Mehrwert für die alter(n)sgerechte Quartiersentwicklung in Hannover

Der Kommunale Seniorenservice des Fachbereichs Senioren (KSH) engagiert sich seit fast 50 Jahren auf vielfältige Weise für die Belange älterer Menschen der Landeshauptstadt Hannover. Die Zusammenarbeit mit mehr als 600 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich in der sozialen Gruppenarbeit und /oder in den unterschiedlichen Begleitdiensten aktiv einbringen, gehört ebenso zum Aufgabenbereich des KSH wie die Vernetzung mit anderen Trägern und Organisationen der Seniorenarbeit. Ebenso zählt die regelmäßige Beratung in den Senioren- und Pflegestützpunkten sowie die Organisation und Durchführung von Informationsveranstaltungen zum Aufgabenspektrum des KSH.

Der sozialräumlichen Orientierung kommt insbesondere in der offenen Seniorenarbeit eine besondere Bedeutung zu. Während der Fokus bislang auf der Stadtbezirksebene lag – wobei ein Stadtbezirk aus bis zu sieben Stadtteilen bestehen und mit 45.000 Einwohnerinnen und Einwohnern die Größe einer Mittelstadt haben kann – fokussiert sich der KSH seit gut drei Jahren im Rahmen der alter(n)sgerechten Quartiersentwicklung zunehmend auf das kleinräumige Quartier. Um das Leitziel der Landeshauptstadt Hannover „Eine Stadt für alle“ erreichen zu können und es älteren Menschen auch bei zunehmendem Unterstützungsbedarf zu ermöglichen, bei guter Lebensqualität möglichst lange in der vertrauten Umgebung wohnen bleiben zu können, reicht die bisherige schon sehr gute Vernetzung noch nicht aus.

Das sozialräumliche Konzept erfordert auch, dass eine noch stärkere Vernetzung innerhalb und außerhalb der Stadtverwaltung mit Blick auf das jeweilige Quartier stattfindet und über den eigenen Zuständigkeitsbereich hinausgehend miteinander gearbeitet wird.

Es war für uns spannend zu erfahren, wie die Stadt Graz Arbeitsbereiche übergreifend arbeitet und dabei den Sozialraumbezug im Blick hat. Wir haben uns sehr über die Gelegenheit gefreut, im Rahmen des Projekts „Synergien vor Ort“ der Bertelsmann Stiftung an einer dreitägigen Studienreise nach Graz teilzunehmen, um konkret vor Ort zu erfahren, wie das Konzept der Sozialraumorientierung erfolgreich umgesetzt werden kann.

Dank des von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bertelsmann Stiftung fachlich und organisatorisch hervorragend zusammengestellten Programms mit vielen Möglichkeiten des Austauschs mit Expertinnen und Experten aus Graz und den Vertretern und Vertreterinnen aus den Projektkommunen sowie zahlreichen Terminen in einzelnen Verwaltungsbereichen der Stadt Graz haben wir wichtige Erkenntnisse gewonnen. Zu den wichtigsten zählen:

  1. Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung der Sozialraumorientierung in der Jugendhilfe in Graz ist der entsprechende Wille der Verantwortlichen aus Politik, Verwaltung und der freien Träger.
  2. Die Einführung eines verlässlichen Sozialraumbudgets ermöglicht Verwaltung und freien Trägern, sich in ihrem Handeln auf die für den jeweiligen Fall bestmögliche Lösung zu konzentrieren.
  3. Der Blick auf die Ressourcen und Fähigkeiten des Einzelnen sowie des jeweiligen Quartiers ermöglicht Lösungsansätze, die ohne diese Betrachtung nicht möglich wären.
  4. Die Umsetzung des Konzepts der Sozialraumorientierung ist ein lang andauernder Prozess, bei man sich auch von Rückschlägen nicht entmutigen lassen darf.

Wir bedanken uns sehr bei der Stadt Graz, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Grazer Amtes für Jugend und Familie sowie den Sozialraum-Teams für die aufschlussreichen Gespräche und wünschen weiterhin ein erfolgreiches, sozialraumorientiertes Miteinander. Ebenso bedanken wir uns auch sehr beim Team der Bertelsmann Stiftung „Synergien vor Ort“, das diese Studienreise ausgezeichnet organisiert und begleitet hat.



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