„Gemeinsam mehr bewirken“ – dieses Leitmotto gilt für Graz wie für Mannheim

Für eine Stadt wie Mannheim, die sich 2009 unter dem Motto „Gemeinsam mehr bewirken“ auf den Weg gemacht hat wirkungsorientiert zu steuern https://www.mannheim.de/de/stadt-gestalten/verwaltung/aemter-fachbereiche-eigenbetriebe/strategische-steuerung ist das Konzept der Sozialraumorientierung besonders interessant. Zum einen, weil Behörden und Zivilgesellschaft beim Konzept Sozialraumorientierung an gemeinsamen Hilfezielen arbeiten. Zum anderen, weil die Wirkung (der Outcome, die tatsächliche Veränderung in der Gesellschaft) beim Konzept im Vordergrund steht und nicht nur die ressourcengesteuerten Leistungen (Input).

Ausgangspunkt für den Ansatz der Sozialraumorientierung ist die Annahme, dass das aktuelle System für die Leistungserbringer nicht immer die richtigen Anreize setzt und für die Adressaten der Hilfen nicht immer die für sie passendste Unterstützung bietet. „Flapsig gesprochen, müssen Menschen erst „kaputt“ geschrieben werden, damit sie Leistungen in Anspruch nehmen können.“ (Prof. Hinte). Für Dienstleister wie freie Träger rechnet „es“ sich vor allem dann, wenn sie möglichst umfangreiche und langwierige Maßnahmen durchführen können – dies muss jedoch nicht unbedingt im Interesse der Betroffenen selbst liegen. Hinzu kommt, dass Betroffene bei der Inanspruchnahme von Leistungen aktuell überwiegend einen passiven Part einnehmen; der Blick wird noch wenig darauf gerichtet, inwiefern sich Betroffene selbst in die Behandlung einbringen können bzw. was eigentlich ihre individuellen Bedürfnisse sind.

Den im Sozialraum lebenden Menschen ermöglicht das Konzept vor allem Teilhabe und Mitbestimmung – bei der Gestaltung des Sozialraums, der Unterstützung benachteiligter Menschen und bei der Abstimmung einer Behandlung, sofern sie selbst einmal Hilfe benötigen.

Den freien Trägern bietet das sogenannte Trägerbudget Einnahmensicherheit u. a. zur Deckung ihrer Personalkosten, sie profitieren durch die Zusammenarbeit mit der Verwaltung „auf Augenhöhe“ von dem direkten Zugang zu Daten und Informationen und erhalten zeitnahes Feedback zur Wirkung ihrer Maßnahmen.

Bei der Vorstellung des Konzeptes am ersten Tag des Besuchs durch Dr. Vasiliki Argyropoulos – Amt für Jugend und Familie und Edith Sandner-Koller-Regionales Jugendamt Graz wurde das handlungsleitende Gesamtkonzept an vielen Einzelbeispielen, aber immer im Gesamtrahmen, vorgestellt. Hauptziel bei allen Massnahmen war immer: Die Ermöglichung des selbstbestimmter Alltag der KlientInnen.

Dabei wurde immer der Kooperationswillen der Kunden gesucht, natürlich bis auf Aufgaben der Behörden in ihrer Wächteramtsfunktion (Kindgesundheitsgefährdung) natürlich, da hier immer sofortige Intervention notwendig. Gemeinsame Fallkonferenzen im Jugendamt, verteilen die „Last“ von einsamen Einzelfallentscheidungen, wenngleich rechtlich natürlich immer noch der jeweilige Sachbearbeiter zuständig ist. Die gemeinsame Diskussion mit Kolleginnen und Kollegen schärft aber Blick bzw. relativiert. Wo früher bei den jeweiligen Beteiligten (Fachämter, Freie Träger etc.) Silodenken vorherrschte Zielgruppen- und bereichsübergreifende Ansätze (Ämterübergreifend) sind inzwischen an der Tagesordnung. Gerade Quartiersfachwissen, welches die individuelle Situation der Klienten besser einzuschätzen hilft, war in der Verwaltung früher oft nicht vorhanden. Hilfen für die Kinder früher fachspezifisch und selten abgestimmt (bis zu sieben Hilfen (-Maßnahmen)pro Person), Versäulung der Hilfen , Einsparung von Mehrfachhilfen, dadurch freies Budget. Graz = vier Sozialräume (geografisch, politisch, infrastrukturell, Fallzahlenorientiert als Grundlagen für Einteilung), Leitung der Sozialräume durch ehemaligen Fachleiter.

Fazit für die Arbeit in Mannheim

  • Einspeisung Infos des Besuchs in Mannheimer Projekt „Integrierte Sozialplanung“.
  • Empfehlung Vortrag in Erweiterten Führungskreis von Prof. Wolfgang Hinte (Duisburg/Essen)
  • Einbringen der Infos der Studienreise in das Mannheimer Projekt „PERM – Prävention und Erziehungshilfen in den Regionen in Mannheim“

 



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