Zivilgesellschaft in turbulenten Zeiten: Was jetzt zu tun ist!

Aus einer globalen Perspektive betrachtet, scheint der Begriff des „Shrinking Space“ als Entwicklungszuschreibung für die Zivilgesellschaft nicht übertrieben, in Deutschland wiederum erleben wir eine Bedeutungszunahme: Die Zivilgesellschaft übernimmt immer mehr Aufgaben – einerseits, weil Staat und Kommunen sich stärker aus der Verantwortung zurückziehen, andererseits weil Bürger und zivilgesellschaftliche Organisationen bewusst mitgestalten und Verantwortung übernehmen wollen.

Was diese Entwicklung für Praxis und Wissenschaft bedeutet, dies diskutierten gestern ca. 100 Teilnehmer beim Symposium „Changing Space for Civil Society“ des Maecenata Instituts anlässlich seines 20-jährigen Bestehens.

Im Rahmen des Abschluss-Panels haben Rolf Alter (OECD Paris), Prof. Dr. Georg Cremer (ehem. Deutscher Caritasverband) und ich im Gespräch mit Rupert Graf Strachwitz, dem Gründer des Maecenata-Instituts, einen Ausblick gewagt und einige Handlungsempfehlungen formuliert. Ich habe hier vor allem die Bedeutung sektorübergreifender Zusammenarbeit für die Zukunft stark gemacht und  basierend auf unseren Projekterfahrungen darauf verwiesen, dass Zusammenarbeit zwar oft simpel klingt, jedoch oft gar nicht so einfach zu realisieren ist. Die Haltung der Akteure zueinander, gegenseitiges Vertrauen und Transparenz beim Vorgehen bilden wichtige Faktoren, wenn sektorübergreifende Zusammenarbeit gelingen soll, um komplexe Probleme unserer Gesellschaft zu lösen.

Einig waren sich alle am Ende darüber, dass die Zivilgesellschaft in Deutschland und Europa gerade sehr turbulente Zeiten erlebt und dass es weitere (wissenschaftliche) Auseinandersetzung zum Thema benötigt, um die aktuellen Entwicklungen einordnen und Praxishilfen für Politik, Verwaltung und die Zivilgesellschaft selbst geben zu können.



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