Netzwerkmanagement für Führungskräfte – Ein kurzer Bericht aus der ersten Fortbildung

Im Verlauf unseres Projekts haben wir immer wieder festgestellt, dass es noch recht wenig Aus- und Fortbildungsangebote für das Management von Netzwerken gibt. Daher hatten wir uns bereits vor einem Jahr entschlossen, hierzu ein Angebot auf die Beine zu stellen und zu erproben. Am vergangenen Montag und Dienstag war es nun soweit und die erste Fortbildung fand statt, ausgerichtet auf Führungskräfte aus der Kommunalverwaltung und von freien Trägern.

Die rund 30 TeilnehmerInnen haben im Zuge der Fortbildung nicht nur Vorträgen gelauscht, sondern vor allem selbst viele Inhalte erarbeitet und Methoden ausprobiert (sehr beliebt: Das Netzwerkkarussell, siehe Foto). Entsprechend belebt fielen die beiden Tage aus, was mir und ich denke auch den anderen Teilnehmerinnen sehr gut gefallen hat. Auch der Vortrag von Frau Prell, erste Beigeordnete der Stadt Langenfeld, hat sehr viel Anklang gefunden. Sie hat meines Erachtens besonders gut deutlich gemacht, dass Netzwerkarbeit eben nicht bedeutet, alle Akteure in einem Raum zu versammeln und mit Kaffee zu versorgen. Das wäre hingegen genau der Fehler, den auch Langenfeld gemacht hätte und den Sie nicht mehr begehen würde. Was Netzwerke aus- und stark mache, sei vielmehr die Verbindung zwischen den einzelnen Akteuren, die es durch viele Gelegenheiten zu fördern gälte.

Durch drei kurze Vorträge brachte Herr Prof. Schubert genau diesen Aspekt auch aus wissenschaftlicher Perspektive nochmal zur Geltung. Auch das organisierte Netzwerk ist nicht die Summe der Menschen, die man im Raum sehen kann, wenn man ein Netzwerktreffen veranstaltet. Es sind die Verbindungen, die im Laufe der Zeit entstehen und sich ausweiten. In seinen Vorträgen ging es jedoch noch um weit mehr: Welche Arten von Netzwerken zu unterscheiden sind, wie sich Selbstverständnis und Steuerungsmodus in der Kommune entwickelt haben, den „homo dictyos“, der den „homo economicus“ und den „homo ordinatus“ ablöst – oder in Bezug auf die Steuerungslogik eher ergänzt. Und natürlich ging es um die Frage, wie Netzwerke funktionieren, wie sie sich nachhaltig entwickeln lassen und immer im Mittelpunkt: Welche Aufgaben, Haltungen und Anforderungen sich daraus für Führungskräfte ergeben. Die wichtigsten Erkenntnisse zu den Aufgaben der Führung aus Sicht der Teilnehmenden waren dabei:

  1. Ressourcen bereitstellen,
  2. Steuerung durch klare, geteilte Ziele und Herstellung von Transparenz,
  3. Vorbild sein und klare Rollen schaffen,
  4. Mitarbeitende qualifizieren,
  5. klare und wertschätzende Kommunikation.

Mir hat diese Fortbildung sehr gefallen: Weil die Kombination aus der gelassenen, humorvollen und praxisbezogenen Moderation durch Herrn Titz und der wissenschaftlichen Ergänzung durch Herrn Prof. Schubert sehr abwechslungsreich war und nicht zuletzt, weil die TeilnehmerInnen außerordentlich motiviert bei der Sache waren, großartige Arbeit geleistet haben und viele Punkte ins Licht rückten, die uns nun weiter beschäftigen werden.

Nun geht es für uns darum, dieses Format weiter zu entwickeln und deutschlandweit anzubieten, denn es hat sich meines Erachtens gezeigt, dass nicht nur Interesse besteht (es gab über 100 Anfragen zur Teilnahme) sondern auch der Nutzen deutlich ist. Ich bin derweil schon mal gespannt auf die Fortbildungen für Netzwerkkoordinatoren, die im Dezember starten.



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