Workshop beim Stiftungstag Osnabrück

Zusammen sind wir stark?! – Unser Workshop beim Stiftungstag in Osnabrück

Was passiert, wenn sich Löwen, Affen und Kleintiere mit multipler Persönlichkeit um das Wasser streiten?  Das war zwar nicht die Frage unserer heutigen Veranstaltung, aber eigentlich hätte sie genau so lauten können.

Nun, zum Hintergrund: Wir hatten vor Kurzem eine Studie zur Jugendarbeit „zwischen Kooperation und Koexistenz“ veröffentlicht. Nun haben wir zum Stiftungstag geladen, diese und ihre Kernfragen mit uns zu diskutieren. Dr. Holger Krimmer und Magdalena Skurnog vom Stifterverband stellten Sie vor. Wir diskutierten mit Ursula Krickl vom DStgB, Stefan Groschwitz, Vorsitzender des Bundesjugendrings und Stefan Wassmuth, Vorsitzender des Bundeselternverbandes. Rund 200 Leute nahmen an dem Workshop teil – und das in der Mittagszeit! Herzlichen Dank!

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie es um die Zusammenarbeit in der kommunalen Kinder- und Jugendarbeit im Zuge der Etablierung der Ganztagsschule bestellt ist und welche Herausforderungen sich dadurch ergeben. Und das waren nach Diskussion und Abstimmung der TeilnehmerInnen die fünf größten Herausforderungen:

  1. Unklare und multiple Rollen,
  2. fehlende Beteiligung,
  3. finanzielle Abhängigkeiten,
  4. unterschiedliche Handlungslogiken und
  5. die Konkurrenz um knappe Ressourcen.

Deutlich wurde vor allem, dass eine besondere Schwierigkeit in der Klarheit der eigenen Rolle und der der anderen besteht. So seien Jugendverbände laut Herr Groschwitz, Vorsitzender des Bundesjugendrings, auf der einen Seite Ermöglicher, die ihre Ziele von den Jugendlichen selbst bestimmen lassen möchten, auf der anderen Seite aber auch Anbieter von Leistungen beispielsweise im Rahmen der Ganztagsschule. Sie agierten dabei wie Affen, die frei seien, aber sich auch nach den Wasserquellen richten müssten. Aber auch Kommunen hätten, so Frau Krickl vom deutschen Städte- und Gemeindebund mehrere Rollen gleichzeitig. So seien Sie einerseits gesamtverantwortlich, hätten aber nicht die Mittel um durchzugreifen, andererseits seien sie selbst Anbieter. In diesem Sinne seien Sie das Wasser, aber auch der Löwe. Die Eltern hingegen, so der Vorsitzende des Bundeselternverbandes, Herr Wassmuth, wären nie am Tisch, um Lösungen zu entwickeln, sondern würden nur gehört, wenn Sie demonstrierten. Im Dschungel der Kinder- und Jugendarbeit seien Sie damit die Kleintiere. Die Ganztagsschule würde dabei noch weitere Spannungen mit sich bringen, da sie zwar Bildung, aber nicht Selbstbestimmung fördere. Was für die Eltern gut und teilweise notwendig sei, zeichne sich sowohl für die Kinder als auch für die Jugendverbände als Käfig aus. Tja, das Dschungelbuch wird dann wohl umgeschrieben werden müssen.

Vielen Dank an alle Beteiligten! Es hat uns wirklich sehr viel Spaß gemacht und war eine echte Bereicherung!



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